Egofüttern verboten – DER MORGEN SCHWEIGT NIE!

KALTER STERN (Bellerpark Records, CD4): Versuch 32: Musik und Text = Lied? „Kalter Stern“, mit einer Hälfte von XXX. So, kryptisch und lakonisch wie gewohnt, steht es geschrieben. Von wem? Herr N. – Texte, Stimme. Herr F. – Musik, Gestaltung. Wo? Mönchengladbach. Wann? Jetzt und immerdar. Wie? Mit Drone/Noise-Grooves, beklopft mit Maschinenbeats wie auf ’n Ölfass, mit Gitarren gerockt, mit Synthie gedröhnt und gefräst, mit Fieldrecordings und Feedbacks. Schwarzweißfotograu. Betongrau. Ambiguitätstolerant im Doublebind aus Flow und Stau, Rechts und Links, Halt und Los. N. schreisingt von Beton als Verzögerer, als Beschleuniger von… Verfall. Zwischen Kompost und Kotmörtel fällt der Blick auf Kapielski-Motive, auf STAUB. Euphorie schmilzt, synthiebeknurrt, dahin als ‚Gelber Morast‘. Bei einer der ‚letzten Hüftbewegungen des Sommers‘ ist, wie Herrn N. konsterniert konstatiert, das Herz aus der Hose gerutscht. Unauffindbar. Er seufzt, er säuft, stumpfsinnig tockt der Beat. So kann’s kommen. Äußerlich ganz klein und leise, synthiebeschnarrt, innen schwitzt und brüllt ‚Ein Riese‘. Beim Karneval in Münstereifel, behauptet N, launig bekloppt, Da stehen Stühle rum / Da ziehen Krüppel rum. In Münstereifel ist Topffleisch reines Novitschok. N sucht, bombombom-bom-bom, auf allen Viern und während seine Ohren sirrn, nen Reim auf sein sickes ik, und findet seinen Kick als Stalker, mit Mordgedanken beim Mädchensport. Plastik ist [s]eine Romantik. Mo-nique Amok amouur. Forever Powenzbandenpunk. Rothaut, kein Greenhorn. Die ‚Gammelhorde‘ sprengen, wie Götter zurückkehren, obsiegen und Helden gewesen sein, nicht für einen Tag, für immer. ‚Stadt ist Hund ist Stadt‘. Beide hungern, beide fressen, stinken, kotzen, sie scheißen, sie beißen. Joy Division lässt grüßen. Und doch wohnen wir da, freiwillig, lebenslang, wie unter Reimezwang, im grauen Block als Bienenstock, als ‚Insektenpalast‘. Selbst wilden Herzen bleibt nichts als Traum und Selbstbetrug, nein, N ist da nicht zum Scherzen. Denn niemals träumen wir genug. [BA 109 rbd]

Absehbar in einem BAD ALCHEMY in der Nähe von dir.

Danke, Rigobert!

Egofüttern verboten – Strangers in the CompactDisc-Spieler

Vital Weekly sagt:

„ORIFICE/ACID DISCHARGE – SUSHI HERNE 67 (CDR by Bellerpark Records)

A strange compilation of 12 tracks – 6+6. The first six by Orifice certainly could be described as harsh noise, abstract electronics. The next six by Acid Discharge uses more cut up and processed samples, field recordings and found sound, which could be considered as noise but also as ‚experimental‘ or even Industrial….. A strange mix made stranger by the accompanying booklet which has old black and white photographs of run down urban scenes with captions in what I suppose is German and Japanese. From which I would suspect ‚Im Winter ’66 furen mama und papa…‘ is a clue to the date of these. Add to that the hippy trippy lettering and a background frame around the photos of colourful, red & yellow, images of the Mandelbrot set, the cover, which could be a ships pothole and the strangeness is complete. At which point strangely for me I find there is little more that can be said. (Jliat)“

Bedankt, Jliat.

Become part of the strangeness!